Vom Schiefersteinbruch Lehesten zum Altvaterturm

Zwei der beeindruckendsten Ausflugsziele an der Grenze zwischen Thüringen und Bayern lassen sich durch eine idyllische Wanderung miteinander verbinden. Im Süden von Lehesten liegt einer der damals größten Schiefersteinbrüche Europas, der heute als Naturschutzgebiet ausgewiesen und als Denkmal für die historische Geschichte des Schieferbergbaus für Besucher geöffnet ist. An eine völlig andere Geschichte erinnert der Altvaterturm. Er ist Mahnmal für die vielen Millionen Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat in Osteuropa vertrieben wurden.

Details

Nr.62275301
Erstelldatum:
Bearbeitungsdatum:
Letzte Bewertung:
  • Zu Fuß
    Aktivität: Zu Fuß
  • ↔
    Distanz: 10,47 km
  • ◔
    Durchschnittliche Dauer: 3:40 Std. 
  • ▲
    Schwierigkeitsgrad: Mittel

  • ⚐
    Zurück zum Start: Ja
  • ↗
    Aufstieg: + 225 m
  • ↘
    Abstieg: - 232 m

  • ▲
    Höchster Punkt: 795 m
  • ▼
    Niedrigster Punkt: 605 m

Fotos

Beschreibung der Wandertour

Start: Die Wanderung beginnt auf dem Parkplatz an der L 1096 am Technischen Denkmal Schieferbergbau Lehesten.

Alternative Parkplätze:

  • Parkplatz Altvaterturm (zwischen Lehesten und Brennersgrün (Zuweg zum Rundweg etwa 300 m)

(S/Z) Vom Parkplatz an der L 1096 wenden wir uns in nördliche Richtung (Wegweiser Technisches Denkmal) und biegen nach etwa 350 m nach rechts ab.

(1) Nach kurzer Strecke auf einem breiten Forstweg leicht bergauf kommen wir an eine Schranke (Schlagbaum) der das Gelände des Technischen Denkmals Historischer Schieferbergbau Lehesten markiert. Wir passieren die Schranke.

(2) Hinter dem Modelldorf (Häuser in Miniaturformat) biegen wir nach links ab (das Denkmal können wir vor oder nach der Rundtour besichtigen). An der Gabelung hinter dem Modelldorf halten wir uns rechts und gehen durch ein kurzes Waldstück bis zum Tagungs- und Seminarzentrum, dessen schieferverkleideten Gebäude und alten Hallen auf einem offenem Plateau stehen. An den ersten Gebäuden halten wir uns rechts, dann gehen wir leicht rechts über den Parkplatz.

(3) Links neben dem Gebäude mit dem Schieferturm führt ein Stichweg zu einer kleinen Aussichtsplattform über den Kießlichbruch, in dessen Mulde sich nach der Stillegung ein wunderschöner See gebildet hat. Wir gehen ein kurzes Stück zurück und biegen noch vor dem Parkplatz in den Weg nach rechts ab und an der Gabelung links. Es geht vorbei an weiteren Gebäuden bis zum Waldrand.

(4) In der Linkskurve nehmen wir den Weg nach rechts und halten uns gleich wieder links (Markierung Lutherweg und Grünes Band - Ost- und Südthüringen).

Die folgende Kreuzung im Wald passieren wir geradeaus und folgen dann nach etwa 250 m der Markierung an der Gabelung nach rechts und nach weiteren 300 m nach links. An der nächsten Kreuzung verlassen wir dann den Lutherweg, der sich hier nach links wendet, und gehen weiter geradeaus, um dann nur wenige Meter später nach links abzubiegen (Markierung Grünes Band).

Wir folgen dem Streckenverlauf immer geradeaus durch den Wald und biegen an der Kreuzung nach etwa 500 m nach rechts ab. Weiter geht es wieder kerzengerade durch den Wald. Nach etwa 800 m kommen wir an einem breiten Schotterweg an.

(5) Auf einer Lichtung nahe des 793 m hohen Wetzsteingipfels steht auf der gegenüberliegenden Seite der Altvaterturm. Er ist als Mahnmal gegen die Vertreibung von Menschen und als Erinnerungsstätte an eine verloren gegangene Heimat errichtet. (Öffnungszeiten des Museums beachten).

Nach einer Umrundung des Altvaterturms gehen wir auf der anderen Seite wieder zu den überdachten Picknickbänken hinunter und weiter über den Parkplatz geradeaus. Zwischen den Bäumen führt ein Weg (regionaler Wanderweg mit Markierung rotes Dreieck) in den Wald hinein, dem wir knapp 500 m bis zu einer Kreuzung folgen. Dort biegen wir nach links ab. Ab hier wandern wir auf dem Forstweg rund 1,2 km.

(6) Dann treffen wir auf eine etwas auseinandergezogene Kreuzung, an der wir gleich nach rechts abbiegen. Nach etwa 300 m gehen wir an der Gabelung geradeaus (leicht links) und treffen dann auf eine etwas unübersichtliche Sternkreuzung.

(7) Wer hier einen kleinen Abstecher nach links und dann wieder links macht, kann noch die Quelle der Loquitz besuchen (ausgeschildert).

Ansonsten geht es entweder den zweiten oder dritten Weg von rechts weiter (beide treffen nach gut 50 m wieder zusammen). Der Forstweg leitet uns etwa 800 m geradeaus durch den Wald auf der Markierung rotes Dreieck. Dann verlassen wir diese Markierung, indem wir nach rechts abbiegen. Der Weg macht eine weite Linkskurve und führt uns anschließend in nördliche Richtung bis zum Schiefersee am Technischen Denkmal.

(8) Nachdem wir ein kurzes Stück am Waldrand entlang gewandert sind, halten wir uns an der Gabelung links und biegen dann bei der zweiten Abzweigung nach links ab. Der Hochuferrundweg führt uns über der Abbaukante des ehemaligen Steinbruchs oberhalb des Schiefersees entlang.

(9) Auf der linken Seite sehen wir noch die Schieferplatten aus dem Kießlichbruch als Berg aufragen. Hinter diesem macht der Uferweg eine kleine Schleife nach links. Hinter der Schleife gibt es die Möglichkeit, auf einem breiten Stichweg nach rechts bis ans Ufer hinabzugehen.
Der Hochuferweg bringt uns zu einer Teilstrecke mit wunderbarer Aussicht über den See bis hin zum Technischen Denkmal auf der gegenüberliegenden Seite.

(10) Auf der Westseite bietet sich auf der linken Seite des Weges eine gute Sicht auf die riesige Schieferwand, der hier an dieser Stelle zum Teil golden gefärbt ist. Auf der gegenüberliegenden Seite bringt uns ein Weg nach rechts bergab zu dem kleinen Damm, der den großen See von einem kleinen auf der linken Seite abtrennt.

(11) Hier ragt noch der alte terrakottafarbene Schornstein aus dem See empor und spiegelt sich in der Wasseroberfläche, wenn wenig Wind geht.

Am Ende des kleinen Sees führt uns eine buckelige Schiefertreppe empor zum Technischen Denkmal. Nach einer ausgiebigen Erkundung gehen wir auf der gegenüberliegenden Seite neben dem Modelldorf durch die Schranke weiter.

(S/Z) An der T-Kreuzung kurz vor der L 1096 biegen wir nach links ab und erreichen nach gut 300 m den Parkplatz, von dem wir den Rundweg begonnen haben.

Wegpunkte

  1. S/Z : km 0 - alt. 641 m - Parkplatz an der L 1096 (Technisches Denkmal)
  2. 1 : km 0.49 - alt. 640 m - Technischen Denkmals Historischer Schieferbergbau
  3. 2 : km 0.55 - alt. 631 m - Gemeinsame Kreuzung Hin- und Rückweg
  4. 3 : km 1.28 - alt. 631 m - Aussichtsplattform über den Kießlichbruch
  5. 4 : km 1.51 - alt. 659 m - Markierung: Lutherweg und Grünes Band
  6. 5 : km 3.87 - alt. 792 m - Altvaterturm
  7. 6 : km 5.8 - alt. 739 m - auseinandergezogene Kreuzung
  8. 7 : km 6.1 - alt. 700 m - Abstecher zur Loquitz-Quelle
  9. 8 : km 8.34 - alt. 670 m - Hochuferweg am Schiefersee
  10. 9 : km 8.61 - alt. 651 m - Kießlichbruch
  11. 10 : km 9.58 - alt. 629 m - Schieferwand
  12. 11 : km 9.73 - alt. 610 m - Schornstein im See
  13. S/Z : km 10.47 - alt. 641 m - Parkplatz

Hinweise

Der Rundweg führt zu einem guten Teil über leicht begehbare Forst- und Schotterwege. Einige Teilstrecken sind lediglich Trampelpfade, die in den Sommermonaten stark mit Gras überwuchert sein können oder im Winter schlammig werden. Trotzdem ist die Strecke relativ leicht zu bewältigen.

Ausrüstung

  • Aufgrund der gelegentlich etwas holprigen oder überwachsenen Teilabschnitte ist festes Schuhwerk mit gutem Profil zu empfehlen
  • Bei Nässe oder Schnee erleichtern wasserdichte Schuhe und Wanderstöcke das Fortkommen
  • Auf dem Rundweg gibt es keine Einkehrmöglichkeiten mehr, seitdem die Gaststätte im Altvaterturm zugemacht hat, deshalb nicht nur ausreichende Mengen an Getränken, sondern auch einen Snack oder eine Brotzeit in den Rucksack packen
  • Hunde am Technischen Denkmal und im Naturschutzgebiet an die Leine nehmen

Einen Besuch wert

Technisches Denkmal Historischer Schieferbergbau Lehesten
Den Werdegang des Schiefers und seine Bedeutung für die Menschen hier im Süden Thüringens vermittelt auf sehr anschauliche Weise das Technische Denkmal am Schiefersteinbruch in Lehesten. Für alle Naturliebhaber ist das spezielle Biotop auf den Schieferhalden sowie der glasklare Schiefersee eine Idylle, die nur sehr selten irgendwo anzutreffen ist.

  • Gelände jederzeit begehbar
  • Kostenlos

Führungen

  • Di. bis Do: 10 und 13 Uhr
  • Fr.: 10 Uhr
  • Samstags und feiertags: 10:30 und 14 Uhr
  • Sonntags: 14 Uhr
  • Dauer etwa 1 Std.
  • Erwachsene: 9,50 Euro
  • Kinder bis 14: 3,00 Euro
  • weitere Infos unter https://schiefer-denkmal-lehesten.de/

Altvaterturm
Der Altvaterturm ist zum einen ein Mahnmal für die Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat im Osten Europas vertrieben wurden. Gleichzeitig soll er Stätte der Erinnerung, der Begegnung und Versöhnung sein. Der Turm ist knapp 36 m hoch und verfügt neben dem Kellergeschoss über neun weitere Stockwerke mit Ausstellungsräumen, von denen das oberste über eine geschlossene und eine offene Aussichtsplattform verfügt.
Öffnungszeiten des Museums

  • Im Winter: samstags, sonntags und an Feiertagen 11 - 16 Uhr
  • April bis Oktober: Freitag, Samstag, Sonntag + Feiertage: 11 - 17 Uhr

Eintritt

Essen und Trinken
Gaststätten sind nur in Lehesten vorhanden.

  • Gasthof Glück Auf, Marktplatz 1
  • Bäckerei Walther, Obere Marktstr. 5

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